Der gläserne Surfer – Data Management Plattformen

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Haben Sie sich schon einmal darüber gewundert, dass sie oft Werbung im Internet präsentiert wird, die fast maßgeschneidert auf Ihre Interessen ist? Sie interessieren sich für ein Hundegeschirr für Ihren treuen Begleiter und suchen ein wenig im Internet nach Ratgebern und schon haben sie wochenlang Sonderangebote für Hundegeschirr auf Webseiten und Sozial Media Plattformen. Der Grund dafür sind Data Management Plattformen.

Ich bin ich

Protesten der Datenschützer zum Trotz hinterlassen wir im Internet eine sehr deutliche Spur. Suchbegriffe, Seiten, die wir ansurfen und allerhand andere Aktionen, die wir auf Webseiten ausführen werden gespeichert. Das ist auf einer einzelnen Seite wenig aussagekräftig. Merkt sich also ein Webseitenbetreiber, dass Sie seine Seite besucht haben, dann ist das alleine noch kein großer Gewinn. Interessant wird es erst dann, wenn Daten über Sie und ihr Verhalten zusammengeführt werden können. Also eine Vielzahl von Aktivitäten, die zusammen ein manchmal erschreckend klares Bild von Ihren Interessen und aktuellen Kaufvorhaben zeichnen. Ich habe hier einen Artikel über Data Management Plattformen gelesen und mir die Technologie einmal genauer angesehen.

Wie funktionieren Data Management Plattformen?

Der Schlüssel dazu, einen User über mehrere Seiten hinweg wiederzuerkennen sind Cookies. Ein Cookie ist eine kleine Textdatei, die in einem dafür vorgesehenen Ordner auf der Festplatte gespeichert wird. Sie enthält nicht viele Daten, hat ein Ablaufdatum und die Zuweisung zu einer Website. Die Grundidee ist, dass der User wiedererkannt werden kann, wenn er wieder kommt. Das ermöglicht, auf seine Vorlieben zu reagieren, und den Komfort zu steigern. Man kann beispielsweise automatisch wieder auf die Seite geleitet werden, auf der man zuletzt war, oder Formulareingaben wiederherstellen, die der User bei seinem letzten Besuch gemacht hat. Data Management Plattformen nutzen diese Technologie und bezahlen den Webseitenbetreiber dafür, ein eigenes Cookie bei den Besuchern zu platzieren.

Cookie als Markierungen

So markierte User werden dann auf allen Seiten wiedererkannt, auf denen die Data Management Plattformen ihre Cookies verteilen. Ein kleiner Code wird beim Laden der Website ausgeführt und die Daten über den Besuch werden gespeichert. Will man dann als Werbetreibender eine spezielle Zielgruppe ansprechen und z.B. alle User meiner Website ansprechen, dann können in den verschiedenen großen Werbenetzwerken die erfassten Daten als Basis herangezogen werden. Man übergibt dem Suchnetzwerk einfach die Liste der User, diese werden beim Laden der dynamisch generierten Werbebanner abgeglichen und lädt ein markierter User einen Bannerplatz, dann wird die Werbung dargestellt.

Was tun gegen Data Management Plattformen?

Zuerst sollte man sich die Frage stellen, ob man Daten im Internet preis gibt, die man nicht an Dritte weitergeben möchte. Eine einfache und unkomplizierte Möglichkeit, keine Daten zur Verfügung zu stellen, ist der Private Modus der Browser. So werden keine Daten gespeichert. Will man permanent ausgenommen werden, dann kann man seinen Browser so einstellen, dass er keine Cookies akzeptiert.

Allerdings sollte man sich tatsächlich auch die Frage stellen, was daran falsch ist, seine Interessen offen zu legen. Eine Zusammenführung mit den privaten Daten, wie Adresse, oder Name  ist zwar möglich, steht aber nicht im Fokus der Data Management Plattformen. Die interessieren sich in erster Linie für unsere Interessen und ein paar allgemeine Daten, wie Alter, Geschlecht, etc. zu uns. Werbung kann nerven und es ist ein wenig beängstigend, wenn man einmal kurz ein wenig über Körperfettanalyse liest und dann immer wieder mit dem Thema konfrontiert wird. Allerdings kann man die Erfassung unserer Daten auch sehr positiv sehen. Wie ein aufmerksamer Verkäufer in einem Laden, der auf unsere Wünsche und Vorlieben eingeht und uns Waren präsentiert, die genau zu uns passen, beobachten uns die Data Management Plattformen genau uns reagieren sensibel auf unsere Wünsche und Interessen.

Vorsicht ist geboten

Generell gilt, dass man sehr achtsam damit sein sollte, welche Daten man auf welcher Website einträgt. Das Internet vergisst keine Daten und wer Zweifel hat, der sollte lieber auf die Erfassung persönlicher Daten verzichten. Marketing und Werbung sind Themenbereiche, die seit jeher versuchen uns zu beeinflussen. In diesem Fall ist die Beeinflussung aber geringer, als sie das beispielsweise in der Quengelzone im Supermarkt ist. Wir sind selbst verantwortlich für unsere Entscheidungen und warum sollten wir uns nicht Angebote ansehen, die genau zu uns passen?

 

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